Dienstag, 19. November 2013
Newsletter 22: Abschiedsschmerz
Es war ein Wochenende voller Genuss und Entspannung: gemütliches Bummeln in Emmendingen, Sauna, gutes Essen und nochmal Sauna und das alles ohne Kinder mit meinem Mann.
Am Sonntag wachte ich auf konnte mich nicht daran erinnern, wann ich dass letzte Mal so glücklich und wunschlos zufieden war. Der Gedanke an die Operation am Mittwoch warf in einem mal einen dunklen Schatten auf mich. Als die ersten Tränen aufstiegen, brach mein ganzer Mut zusammen und ich heulte und schluchzte, wie ich es im ganzen letzten Jahr nicht getan habe. Ich hatte noch nie wirkliche Komplexe wegen meinem Körper, Problemzonen schon, aber daran ist man ja gewöhnt. Was, wenn ich mich danach aber nicht mehr im meiner eigenen Haut wohlfühle? Was, wenn es Komplikationen gibt? Wie werde ich die Schmerzen aushalten? Bei den anderen Operationen ging alles seinen Gang, ich kam gar nicht so ins Nachdenken. Diesmal war es wieder anders, es war meine ganz eigene Entscheidung.
Den Tag über versuchte ich meine Angst unter Kontrolle zu bekommen und lenkte mich mit einem Buch in der Sauna ab. Dominik und ich konnten den Sonntag in der Sauna noch voll auskosten. Am Abend waren wir zusammen wieder im Gottesidienst. Leider konnte ich auch da meine Tränen nicht zurückhalten, wenn mich jemand auf die OP ansprach. Es war doch bisher alles ok? Ich bin doch sonst kein so Schisser!
Der Gottesdienst ordnete meine trüben Gedanken neu. Mir wurde klar, dass die Angst mir schadet und ich sie bei Gott abgeben muss.
Mein Garten Gethsemane
Ich legte Jael am Abend zum Schlafen, setzte mich wie gewohnt vor ihr Bett und betete. Obwohl ich kopfmäßig wieder klar war, war ich trotzdem unendlich traurig. Warum Jesus, bin ich auf einmal nicht mehr so tapfer und mutig? Ich erschrecke mich vor dem, was vor mir liegt! Ich weinte und betete zugleich, dass er mich nicht alleine lässt. Wie so oft beim Beten sah ich ein Bild vor meinem inneren Auge. Jesus im Garten Gethsemane, wie er Blut schwitzt und Angst hat und seine Jünger bittet, dass sie beten sollen." Jesus, du war's ein Mensch wie ich und kannst mich voll verstehen und verurteilst mich auch nicht. Jesus, danke, dass du mir Freunde geschenkt hast, die für mich am Mittwoch beten werden." Das Bild von Jesus im Garten Gezemane zeigte mir auch, dass ich meinen Blick auf das Lenken musste, was danach kommt. Für mich fängt dann ein neues Leben an, eins ohne ständige Sorge.
Am Montagmorgen putzte ich nochmal durchs ganze Haus mit Lobpreismusik und unser Pastor mit seiner Frau besuchten mich nochmal. Am Nachnmittag waren wir Zuhause und genossen nochmals den Tag.
Dienstagmorgen um 10.30 Uhr meldete ich mich auf Station, und musste dann gleich eineinhalb Stunden bei der Anästhesie warten. Danach folgte die Vermessung der Welt. Beim Anästhesiegespräch wurde ich nochmals darüber aufgeklärt, dass ich die ersten drei Tage enorme Schmerzen haben werde, und mich wegen einer Schmerzpumpe melden sollte, falls ich das bräuchte. Fast allen, den ich begegneten gaben mir zu verstehen, dass die nächsten Tage kein Zuckerschlecken werden und es eine der härtesten OP's überhaupt sei. Ich sollte diese Nacht UNBEDINGt noch schlafen, weil ich das die nächsten drei Nächte bestimmt nicht könnte.Beim Arztgespräch sudelte der Arzt wild seine Linien und erklärte mir, dass mir drei Varianten offen stehen, je nachdem, für wieviel das Bauchfett ausreicht. Brustwarze kommt in jedem Fall weg.
1. Variante: Brustwarze wird aus Haut vom Bauch rekonstruiert. 2. Variante: das Loch durch die Brustwarzenentfernung wird einfach zugenäht. 3. Variante:zusätzlicher T-Schnitt, wenn die Brust gestrafft werden muss.
Das Bauchfett wird nicht einfach nur abgesaugt, es wird wie bei einer Bauchstraffung "die Speckrolle" einfach rausgeschnitten und oben mit unten vernäht. An die Stelle, wo der Bauchnabel hingehört, wird dann der alte Nabel wieder eingepflanzt. Das Bauchgewebe wird dann mikroskopisch an die Blutgefäße im Brustbereich angenäht, was das wirklich SPANNENDE an der Sache ist, da ich in den folgenden drei Tagen stündlich kontrolliert werden musste, ob die Brüste auch gut durchblutet sind.
Zwischendurch strickte ich in Seelenruhe eine Beinstulpe für Jael. Meine Mutter hatte mir ein Büchlein mit mutmachenden Bibelversen geschenkt in dem ich ab und zu ein Vers las.
Psalm 23: Und ob ich schon wanderte durchs finstere Tal, fürchte ich KEIN Unglück, denn DU bist bei mir!
Gott meint es gut, wie ein Vater mit seinem Kind. Ich brauch mich vor Unglück nicht zu fürchten, denn wenn Gott dabei ist, geht es auch mal durch dunkle Täler (die bleiben auch uns nicht erspart), ABER er führt mich hindurch, das hat er versprochen. Er will auch bestimmt nicht, dass ich später mit dem Ergebnis unglücklich bin. Ich vertraue darauf: ".... du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir VOLL ein!"
Montag, 21. Oktober 2013
Newsletter 21: Pasta-E-basta!
Liebe Leut,
ich war ganz happy, einen plastischen Chirurgen gefunden zu haben, der meine Sprache sprach. es gab nur noch ein paar kleine Details zu klären, weshalb ich mal wieder zum Brustzentrum marschierte. Mein lieber Professor sagte mir klar, dass es medizinisch eigentlich keinen Grund gäbe, dass ich meine bestrahlte Brust auch noch einer Mastektomie unterziehen lassen müsste. Das Rezidivrisiko würde dadurch auch nicht kleiner. Ich hätte somit das gleiche Risiko, wie jede andere Frau an einem weiteren Brustkrebs zu erkanken (immerhin 10%). Irgendwie war ich erleichtert, dass ich an einer zehn bis zwölfstündigen OP vorbei kommen sollte, dennoch war ich innerlich nicht ganz zufrieden und ganz verstehen konnte ich die Argumentation auch nicht. Ich verdrängte diese Zweifel aber erfolgreich und marschierte daraufhin wieder zu meinem plastischen Chirurgen, um die OP zu besprechen.
Diesmal hatte er Verstärkung von einem Kollegen dabei. Er fragte mich, wozu ich mich entschieden hatte- eine oder beide Seiten? "Nur links", war meine Antwort. Ab da wurde es für mich noch verwirrender:
Er fragte mich, wie ich zu der Entscheidung gekommen bin und merkte an, dass der Kollege vom Brustzentrum sicher Recht hätte, aber meiner BRCA1-Diagnose nicht ganz gerecht würde. Die Datenlage ist in meinem Fall unklar- bzw. es gibt einfach noch keine Ergebnisse von Langzeitstudien. Wir debattierten hin und her, bis er mir anbot, sich in Berlin beim BRCA1-Netzwerk zu erkundigen. Er schaute sich meine Fettpölsterchen auch noch einmal genauer an und lies mir folgende Entscheidung:
Entweder ich lasse eine beidseitige Mastektomie durchführen, dann könnte er das Eigengewebe vom Bauch nehmen, hätte dann aber nur noch Körbchengröße A oder ich lasse nur links operieren und er nimmt was von einer Poseite, damit, wenn rechts ein Rezidiv käme auch noch Gewebe von der anderen Pobacke da wäre.
Schon am selben Abend rief mir der plastische Chirurg Zuhause an und erzählte mir von der klaren Empfehlung, beider Seiten einer Mastektomie zu unterziehen. Wem soll man denn nun glauben? Einem plastischen Chirurgen- oder einem Professor vom Brustzentrum?
So langsam wusste ich nicht mehr, wem ich glauben sollte. Die nächsten Abende verbachte ich im Internet, um Dissertationen zu "Rezidivrisiko bei bestrahlter Brust vs. Mastektomie" und "Brusterhaltender OP bei BRCA1" etc zu lesen und merkte wieder einmal, wie vielschichtig das ganze Thema ist. Es gibt so viele verschiedenen Brustkrebsarten und so viele Studien, die diese Unterschiede in der Art gar nicht berücksichtigen. In Einem waren sich die Studien aber immer einig: bei jungen Frauen eher schlechte Langzeitprognosen. Jeden Abend war ich anderer Meinung. Fragt Dominik- der musste sich vorm Schlafengehen immer was anderes anhören.
Immerhin ist es keine kleine OP und das nur als Prophylaxe. Kleiner wäre gut zu verkraften- aber A???
Dazu konnte ich mich einfach nicht durchringen. Zwei Wochen ging es hin und her- ich steckte gedanklich in einer Sackgasse und wusste, dass ich eigentlich nur aus dem Bauch heraus entscheiden könnte- hatte aber panische Angst, das Falsche zu entscheiden. Die Meinung von anderen wollte ich nicht mehr hören!
Befiehl dem Herrn deine Wege- und hoffe auf ihn, er wird es wohl machen! Psalm 37,5
Ich wollte von Gott wissen, welches der richtige Weg für mich ist. Ich wollte wieder so einen inneren Frieden haben, wie bei den letzten Entscheidungen.
Ich war drauf und dran, mir nochmals beim plastischen Chirurgen und im Brustzentrum einen Termin zur Sprechstunde geben zu lassen, hatte am Mittwoch aber noch einen normalen Nachsorgetermin bei meinem Gynäkolgen, den ich erst hinter mich bringen wollte. Im Grunde hatte ich keinerlei Rat von ihm erwartet, ich dachte, meine Diagnose ist für einen einfachen Gyn einfach zu komplex. Aber- ich hatte mich geirrt. Erst einmal hat er sich eine halbe Stunde die tausend Meinungen zu meiner Mastektomie angehört und mich dann am Ende in all meinen Gedanken bestätigt und mir klar gesagt, dass es nicht klug wäre, mich nur auf einer Seite operieren zu lassen. Wörtlich: "Sie beißen sich in den Arsch, wenn auf der bestrahlten Seite wieder etwas käme!"
Nach drei endlosen Wochen der inneren Unruhe, war ich von einem auf den anderen Moment wieder innerlich gelassenl und GLÜCKLICH!
Noch am selben Tag schrieb ich dem plastischen Chirurgen eine Mail über meine Entscheidung. Er rief mich noch am Abend an und verscheuchte meine letzten Befürchtungen zu der Operation: bei der heutigen Methode wird der Bauchmuskel verschont, so dass ich danach eigentlich keine Probleme beim Stehen haben dürfte.
Seither lass ich das mit: "Keine Kohlenhydrate nach 18 Uhr!", genieße jede Nudel und hoffe, dass sie direkt auf die Hüften schlägt. Wer weiß, vielleicht wird doch noch ein B daraus? Ich leg mich auf jeden Fall ins Zeug....
ps. Ich bin gerührt über die große Bereitschaft Eigengewebe zu spenden ;o)
ich war ganz happy, einen plastischen Chirurgen gefunden zu haben, der meine Sprache sprach. es gab nur noch ein paar kleine Details zu klären, weshalb ich mal wieder zum Brustzentrum marschierte. Mein lieber Professor sagte mir klar, dass es medizinisch eigentlich keinen Grund gäbe, dass ich meine bestrahlte Brust auch noch einer Mastektomie unterziehen lassen müsste. Das Rezidivrisiko würde dadurch auch nicht kleiner. Ich hätte somit das gleiche Risiko, wie jede andere Frau an einem weiteren Brustkrebs zu erkanken (immerhin 10%). Irgendwie war ich erleichtert, dass ich an einer zehn bis zwölfstündigen OP vorbei kommen sollte, dennoch war ich innerlich nicht ganz zufrieden und ganz verstehen konnte ich die Argumentation auch nicht. Ich verdrängte diese Zweifel aber erfolgreich und marschierte daraufhin wieder zu meinem plastischen Chirurgen, um die OP zu besprechen.
Diesmal hatte er Verstärkung von einem Kollegen dabei. Er fragte mich, wozu ich mich entschieden hatte- eine oder beide Seiten? "Nur links", war meine Antwort. Ab da wurde es für mich noch verwirrender:
Er fragte mich, wie ich zu der Entscheidung gekommen bin und merkte an, dass der Kollege vom Brustzentrum sicher Recht hätte, aber meiner BRCA1-Diagnose nicht ganz gerecht würde. Die Datenlage ist in meinem Fall unklar- bzw. es gibt einfach noch keine Ergebnisse von Langzeitstudien. Wir debattierten hin und her, bis er mir anbot, sich in Berlin beim BRCA1-Netzwerk zu erkundigen. Er schaute sich meine Fettpölsterchen auch noch einmal genauer an und lies mir folgende Entscheidung:
Entweder ich lasse eine beidseitige Mastektomie durchführen, dann könnte er das Eigengewebe vom Bauch nehmen, hätte dann aber nur noch Körbchengröße A oder ich lasse nur links operieren und er nimmt was von einer Poseite, damit, wenn rechts ein Rezidiv käme auch noch Gewebe von der anderen Pobacke da wäre.
Schon am selben Abend rief mir der plastische Chirurg Zuhause an und erzählte mir von der klaren Empfehlung, beider Seiten einer Mastektomie zu unterziehen. Wem soll man denn nun glauben? Einem plastischen Chirurgen- oder einem Professor vom Brustzentrum?
So langsam wusste ich nicht mehr, wem ich glauben sollte. Die nächsten Abende verbachte ich im Internet, um Dissertationen zu "Rezidivrisiko bei bestrahlter Brust vs. Mastektomie" und "Brusterhaltender OP bei BRCA1" etc zu lesen und merkte wieder einmal, wie vielschichtig das ganze Thema ist. Es gibt so viele verschiedenen Brustkrebsarten und so viele Studien, die diese Unterschiede in der Art gar nicht berücksichtigen. In Einem waren sich die Studien aber immer einig: bei jungen Frauen eher schlechte Langzeitprognosen. Jeden Abend war ich anderer Meinung. Fragt Dominik- der musste sich vorm Schlafengehen immer was anderes anhören.
Immerhin ist es keine kleine OP und das nur als Prophylaxe. Kleiner wäre gut zu verkraften- aber A???
Dazu konnte ich mich einfach nicht durchringen. Zwei Wochen ging es hin und her- ich steckte gedanklich in einer Sackgasse und wusste, dass ich eigentlich nur aus dem Bauch heraus entscheiden könnte- hatte aber panische Angst, das Falsche zu entscheiden. Die Meinung von anderen wollte ich nicht mehr hören!
Befiehl dem Herrn deine Wege- und hoffe auf ihn, er wird es wohl machen! Psalm 37,5
Ich wollte von Gott wissen, welches der richtige Weg für mich ist. Ich wollte wieder so einen inneren Frieden haben, wie bei den letzten Entscheidungen.
Ich war drauf und dran, mir nochmals beim plastischen Chirurgen und im Brustzentrum einen Termin zur Sprechstunde geben zu lassen, hatte am Mittwoch aber noch einen normalen Nachsorgetermin bei meinem Gynäkolgen, den ich erst hinter mich bringen wollte. Im Grunde hatte ich keinerlei Rat von ihm erwartet, ich dachte, meine Diagnose ist für einen einfachen Gyn einfach zu komplex. Aber- ich hatte mich geirrt. Erst einmal hat er sich eine halbe Stunde die tausend Meinungen zu meiner Mastektomie angehört und mich dann am Ende in all meinen Gedanken bestätigt und mir klar gesagt, dass es nicht klug wäre, mich nur auf einer Seite operieren zu lassen. Wörtlich: "Sie beißen sich in den Arsch, wenn auf der bestrahlten Seite wieder etwas käme!"
Nach drei endlosen Wochen der inneren Unruhe, war ich von einem auf den anderen Moment wieder innerlich gelassenl und GLÜCKLICH!
Noch am selben Tag schrieb ich dem plastischen Chirurgen eine Mail über meine Entscheidung. Er rief mich noch am Abend an und verscheuchte meine letzten Befürchtungen zu der Operation: bei der heutigen Methode wird der Bauchmuskel verschont, so dass ich danach eigentlich keine Probleme beim Stehen haben dürfte.
Seither lass ich das mit: "Keine Kohlenhydrate nach 18 Uhr!", genieße jede Nudel und hoffe, dass sie direkt auf die Hüften schlägt. Wer weiß, vielleicht wird doch noch ein B daraus? Ich leg mich auf jeden Fall ins Zeug....
ps. Ich bin gerührt über die große Bereitschaft Eigengewebe zu spenden ;o)
Mittwoch, 25. September 2013
Newsletter 20: Herbststürme
Ihr Lieben,
und schon heute ist alles in trockenen Tüchern.
Ich habe meine Entscheidung getroffen und bin froh und erleichtert, mir erst
einmal keine Gedanken mehr darüber machen zu müssen.
Aber für euch nochmal von vorne: Im letzten Newsletter hatte
ich euch davon erzählt, dass ich zweierlei Meinungen von zwei Ärzten gehört
hatte und nun noch eine dritte hören wollte. Im letzten Jahr musste ich mir
immer nur zwei anhören, dann war immer schon alles klar: eine Tür ging zu, eine
andere auf und so hat mich Jesus durch meine Entscheidungen gelotst. Diesmal
wurden mir beide Türen sozusagen direkt vor der Nase zugeknallt, was mich
wirklich verwirrt hat. Soll ich mich dann doch nicht operieren lassen? Nein-
das hatten wir ja schon geklärt. Aber was dann? Die Zeit lief mir auch davon.
Ich hatte mir für meine OP und die Genesung sechs Wochen ab dem 18.November
frei gehalten. Am Wochenende davor wollten Domink und ich unseren
10.Hochzeitstag nachfeiern und vor der nächsten Krankenhausgeschichte ein
bisschen ausspannen.
Ich betete jeden Abend, dass sich im nächsten Gespräch etwas
für mich klären würde und diesmal bitte
eindeutig und keine verhaltenen und nebulösen Auskünfte.
Nun gut, ich saß dann vor
zwei Tagen wieder bei einem plastischen Chirurgen. Diesmal war alles anders.
Ich bekam klare Aussagen- Implantate bei bestrahlter Brust machen sie nur bei
Ausnahmen und wenn ich mich für ein Implantat entscheiden würde, wäre das eine
langwierige Geschichte, weil mir zuvor ein Expander implantiert werden
müsste.... Batsch, die Tür war eindeutig zu! Statt dessen zeigte mir der Arzt Bilder von
Brustaufbau mit Eigengewebe, die wirklich ansehnlich waren. Nach sorgfältiger
Prüfung meines Bauchspecks dachte ich wieder, dass so ne unsensible Bemerkung
kommen würde, dass ich ja zum Glück noch genügend von meinen
Schwangerschaften übrig hätte, aber nein- der Arzt meinte, dass das Gewebe
durch die Schwangerschaften zwar überdehnt worden ist, aber sonst nicht allzu
viel an mir dran wäre, es aber dennoch reichen würde. Oho, da bin ich aber
geschmeichelt. Der Arzt weiß, wie man Frauen überzeugt ;o)
„Gut, das hört sich für mich alles schlüssig und gut an, wie
sieht es mit OP-Terminen aus?“ „Och, bis April sind wir voll“, meinte der Arzt.
Schluck! „Aber gestern hat eine Patientin abgesagt, die hatte einen Termin im
November.“ „November wäre perfekt.“ Also hat der Arzt durch seinen Kalender
gescrollt und beim 20.November angehalten. Ich konnte mich vor Begeisterung
fast nicht mehr halten, was mir einen verwunderten Blick des Arztes einbrachte.
Dieses Wunder mit dem Termin macht mich gerade wieder soo froh und gibt mir neuen Mut für diese Entscheidung, die mir nicht leicht gefallen ist. Jetzt muss ich mich nur noch entscheiden, ob nur eine oder beide Brüste.
Dieses Wunder mit dem Termin macht mich gerade wieder soo froh und gibt mir neuen Mut für diese Entscheidung, die mir nicht leicht gefallen ist. Jetzt muss ich mich nur noch entscheiden, ob nur eine oder beide Brüste.
Ich geh mit Jesus, aber trotzdem bekomme ich es manchmal mit
der Angst zu tun. In den letzten Tagen hatte ich extreme Rückenschmerzen, die
ich mir nicht erklären kann. Und ich hab ständig Zwischenblutungen, oder
bekomme die Tage dann gar nicht, hab aber trotzdem Regelschmerzen. Das sind
Dinge mit denen ich mich schwer tue. Die Ungewissheit bis zum nächsten
Arzttermin macht mich manchmal ganz verrückt.
Die Jünger hatten auf dem stürmischen See auch Angst obwohl
Jesus mit im Boot war. Der Sturm war lebensbedrohlich und als die Jünger auf
die Idee kamen, Jesus zu wecken, fragte Jesus warum sie denn solche Angst
hätten und streckte die Arme aus und stillte den Sturm.
Dieses Bild macht mich immer wieder von Neuem ruhig, denn
ich weiß, dass Jesus auch meine Stürme kennt und die Macht hat, sie zu stillen oder mir einen Termin im November frei zu machen.
Eigentlich könnte ich statt ihm in dem Boot schlafen- schöner Gedanke: so tief zu schlafen, dass man einen Sturm nicht mitbekommt. Das hätte ich auch gern mal wieder (JAel kommt zur Zeit jede Nacht um 2 Uhr zu uns marschiert und ab da bin ich wieder hellwach und denk mir solche Newsletter aus, wie diesen hier).
In diesem Sinne, auch euch einen guten Schlaf!
Dienstag, 10. September 2013
Newsletter 19: Brust hin oder her?
Meine Lieben,
so, dann erzähl ich euch gleich mal von meinen letzten
Arztterminen. Ich habe länger nichts von mir hören lassen, weil ich das
Thema so langsam auch über habe.
Mitte August stand mein Termin beim plastischen Chirurgen an zu dem
ich meine Schwester und meinen Mann mitnahm. Leider duldete der Herr
nur zwei Zuhörer, so dass mein Mann draußen bleiben musste. Er wollte
zuerst meine Gedanken zu meinen Brüsten hören, bevor er seine geschätzte
Meinung abgeben wollte.
Also sagte ich ihm, dass ich gerne eine beidseitige Brustmastekomie
mit Eigengewebesaufbau durchführen lassen würde und gerne seine Meinung
dazu wüsste. Beide Augenbrauen gingen hoch. Ob ich wisse, was ein
Aufbau mit Eigengewebe bedeutet? Nein- deshalb bin ich ja hier. Nachdem er mir ein Bild mit einer Narbe von einer Hüfte zur anderen quer
über die ganze Taillie gezeigt hatte, war das Thema für mich schon bald
erledigt. Nicht einmal die Brustgröße kann man bei der OP voraus sagen- schon etwas riskant in meinen Augen. Außerdem müssten bei zwei Brüsten zwei Teams über 10-12 Stunden operieren. Bei einer Brust wäre das nochmal was anderes und von den Risiken her auch nicht so umfangreich.
Nach einem Telefonat mit einer von "Implantaten-Betroffenen" war für mich bald klar, dass ich dann ab nächstem Sommer mit Implantaten in den Brüsten durchs Schwimmbad spazieren werde.
Hab in den folgenden Tagen bei meinen Schwimmbadbesuchen besonders die Dekolletes der Mutties um mich herum (hoffentlich unauffällig) begutachtet und mir in Gedanken schon meine Wunschgröße "B" und schöne "Tröpfchenform" auf die Wunschliste gesetzt.
Mit diesem Wunschzettel war ich dann nach unserem Urlaub wieder mal im Brustzentrum zur Nachsorge. Mammographie war unauffällig- alles gut. Dann fragte er mich, wie ich mich nun entschieden hätte und ich erzählte ihm von meinem Vorhaben. Wieder gingen die Augenbrauen hoch. Was ist denn jetzt schon wieder? Also, in meinem Fall ist das mit den Imlantaten so ne Sache: die bestrahlte Brust hat eigentlich kein so hohes Krebsrisiko, wie die linke Seite und es kommt bei Bestrahlung des Öfteren zu Komplikationen, zum Beispiel, dass sich die ganze Haut ablöst oder es zu Verkapselung kommt. Deshalb wäre auch eine einseitige Mastektomie denkbar. Also dann nur links ein Implantat rein? Das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen und kann er auch gut nachvollziehen. Er meinte dann aber, dass er ein Implantat auch schon nach einer Bestrahlung eingesetzt hätte und es auch gut gegangen ist, es aber genauso schief gehen kann und er mich darauf hinweisen muss.
Och Manno, dann bleiben mir also nur die Implantate mit über 50-prozentigem Risiko oder ein Aufbau mit Eigengewebe und dann nur links. Eigentlich hab ich schon gar keine Lust mehr. Wieso bin ich überhaupt brusterhaltend operiert worden?
Ein bisschen könnte ich die sieben Geislein beneiden, die sich keinen solchen Kopf gemacht haben, womit sie den Wolf wieder "aufbauen".
Ich hab mich bis heute noch nicht entschieden, was ich mache und werde in zwei Wochen noch eine Meinung bei einem plastischen Chirurgen in der Uni einholen (da meine Bestrahlung ja schon ein Jahr her ist und ich von ihm gerne noch ein paar Erfahrungswerte hätte) und beten, dass ich die richtige Entscheidung treffe. Diese Arzttermine sind soo lästig, zeitaufwenig und oft wiedersprüchig. Alles muss man denen aus der Nase raus ziehen, weil sie am Liebsten ja keinen Rat geben und alles schön mir überlassen.
Anderes Thema: unser Campingurlaub am Lago Maggiore war toll. Wir hatten alles dabei: Regen, Sonne, Pizza, Märkte, Sandstrand und Safari-Park. Bis auf den Umstand, dass Louis eine Nacht Fieber hatte und die ganze Bettwäsche vollgek... hat und dass Dominiks Oma in den Tagen im Sterben lag war es eine sehr schöne Zeit. Dominik und ich haben nach 10 Jahren Ehe die Abende genutzt um viel zu reden und zu verzeihen, was in den Jahren nicht so gut gelaufen ist ;o)
Zwischendurch haben wir uns das Buch von Hirschhausen "Was ist mit der Liebe, wenn sie durch den Magen durch ist?" zu Gemüte geführt (kleiner Buchtipp für Hochzeitstage).
Übrigens hab ich heute eine E-Mail bekommen, die mich an etwas erinnert hat. Anfang diesen Jahres wollten wir im Februar Urlaub in Ägypten machen, nach dem Urlaub wollte ich wieder arbeiten gehen. Der Urlaub wurde teurer als gedacht und ich musste die Arbeit noch einmal um ein halbes Jahr verschieben. Im Februar hatte ich deswegen ein bisschen Bauchschmerzen, ob wir uns das alles überhaupt leisten können.
Fakt ist aber, dass wir am Ende jeden Monats immer den gleichen Kontostand hatten, obwohl das Krankengeld wegfiel und zweitens haben wir heute die Nachricht bekommen, dass wir das Geld für unsere Flugtickets aufgrund der Verspätung wieder zurück erstattet bekommen (wir hatten über EU-Claim geklagt.)
Wenn da nicht wieder Gott seine Finger im Spiel hatte ;o) dann weiß ich auch nicht ;o)
Sonntag, 7. Juli 2013
Newsletter 18: Wieder an der Arbeitsfront
Ihr Lieben,
so, die Arbeitswelt hat mich wieder. Habe schon die erste Woche hinter mir und gut überstanden. Dominik springt mit Louis gerade noch auf dem Papa-Kind-Wochenende herum und ich warte, bis Jael ausgeschlafen hat, damit wir ins Schwimmbad können.
Ich hab euch ja geschrieben, dass sich meine Schwester auch dem Gentest unterzogen hat. Leider wurde bei ihr auch eine Mutation im BRCA 1 Gen gefunden. Meiner Familie ging das auch wieder sehr nahe. Meine Schwester ist zum Glück niemand, der in Panik verfällt und sich erst einmal gut informiert, bevor sie sich zu große Sorgen macht. Wie sie sich letztendlich entscheidet, will ich nicht beeinflussen. Wir gehen im August erst einmal gemeinsam zum Termin beim plastischen Chirurgen. Ansonsten haben wir den selben Gynäkologen, der uns beiden ans Herz gelegt hat, auch schon in unserem jungen Alter die Eierstöcke entfernen zu lassen. Die Mutation ist in den Eiern drin und stellt eine tickende Zeitbombe in den Eierstöcken dar. Tritt der Krebs dort auf, kann man eigentlich nur noch Zeit raus schinden, heilbar ist es dann nicht mehr. Das Erkrankungsrisiko liegt bei über 50 Prozent. Das bedeutet dann aber entweder Wechseljahre oder Hormone einnehmen...Andrerseits lese ich auch von Vitamin D und Selen, was helfen soll, aber bin ich bereit für Experimente? Nein, wohl nicht.
Wie gesagt, gehöre ich seit Dienstag wieder zu arbeitenden Bevölkerung. Mein Empfang bei der Arbeit war sehr herzlich, war aber doch froh, dass an meinem ersten Tag der Großteil meines Teams an einem Beratertag war, so dass ich nicht nur am Erzählen war, sondern es sogar geschafft habe, mich an meinem PC einzuloggen. Ich hatte sämtliche Pins vergessen, so dass das wirklich eine Herausforderung war.
Einiges hat sich geändert, anderes wieder nicht, wozu mein Schreibtisch und die Stifte in meiner Schublade gehören- kann man das glauben? Spätestens in der Teambesprechung am Freitag war ich wieder voll da. Es ist schön, die Kollegen wieder zu haben. Irgendwie komme ich mir vor, wie ein Kind, das Zuhause ausgezogen ist und sich nach der Ausbildung wieder daheim einnistet. Zuhause ist es schön und vertraut, aber man hat sich doch verändert.
Woran ich mich erst mal wieder gewöhnen muss? Ich denke statt in "Kunden" in "Patienten"!
Abends war ich froh, um meinen Sport und wenn die Kinder abends im Bett waren. Muss mich erst an den Teizeit-Alltag gewöhnen und vielleicht auch eine kleine Mittagspause mit meinen Kindern einführen, damit ich nicht den ganzen Tag Aktion habe. Im Moment geht es aber ohne Pause ins Schwimmbad, was ich aber durchaus als angenehm empfinde.
Meine Mutter ist diese Woche zur Kur gefahren und mein Papa ist allein Zuhaus. Bisher ohne besondere Vorkommnisse. Bin gespannt, ob das so bleibt ;o)
Donnerstag, 30. Mai 2013
Newsletter 17: Was Angelina und ich gemeinsam haben...
Ihr Lieben,
Wird ja ein riesen Ding draus gemacht, es gibt sogar bei gmx ein
Voting, was man von der Sache hält- ob man es für übertrieben hält oder
nicht.
Ja, die Medien halt. Und jetzt findet man alle möglichen Artikel und Sendungen zu dem Thema.
Hab auch ein paar Kommentare gelesen, und hab dabei richtig Aggressionen bekommen, wie unbedacht manche Menschen ihre Kommentare in die Welt setzen.
Sie war als Tochter ihrer krebskranken Mutter direkt betroffen und
weiß, was eine Krebstherapie für eine Familie bedeutet. Aus dem selben Grund entscheide ich mich auch für diesen Weg, nicht weil ich sooo sehr an meinem Leben hänge. Hach
ja. Finde es aber auch etwas übertrieben, dass sie jetzt fast schon als
Heldin gefeiert wird.
Jedefalls ist mein Umfeld jetzt bestens im Bilde über diese Mutation
und das ganze Thema, so dass ich nicht mehr viel erklären brauche. Ich
brauch nur noch zu sagen: "Wisst ihr, die Angie und ich haben die selben
Gene!"o)
Meine Eltern haben sich mittlerweile auch dem Gentest unterzogen, so wissen wir heute, dass es von Papa's Seite her kommt. Da gab es nur Brüder, somit war das eine blinde Seite.
Meine große Schwester wartet noch auf ihr Ergebnis und ich hoffe und bete, dass ich die Einzige bleine, die es hat.
Unsere Familie ist mal wieder am bauen. So lange die Baustelle
meiner kleinen Schwester noch nicht los geht musste unbedingt Ersatz
her. Und so kaufte mein Papa kurzerhand einen alten Bauwagen, den wir
Töchter und Schwiegersöhne nun renovieren dürfen. Und so haben wir die
verregneten Pfingsferien mal wieder zum Werkeln genutzt.
Sonntag, 28. April 2013
Newsletter 16: Mädelsabend mit Folgen
Ihr Lieben,
gestern Abend sind wir Frauen ins Breisacher Kino zum Schnulze gucken gefahren. Nicolas Sparks war angesagt. Breisacher Kino ist unglaublich praktisch. Man kann kurz vor knapp noch kommen, bekommt aber trotzdem immer einen Platz, es ist billiger, als in der Stadt und es gibt kein Popcorn- weiß gerade nicht, ob ich das zu den Plus- oder Minuspunkten des Kinos zählen soll....
Auf jeden Fall war's nett zusammen Auslauf zu haben und daheim raus zu kommen.
Die Geschichte war mal wieder sehr vorhersehbar, was mich letztendlich aber berührte, war die Geschichte um die Liebesgeschichte drum herum. Es ging um einen Witwer, der seine Frau durch eine Krebserkrankung verloren hatte. Ihr jüngster Sohn litt schwer unter dem Tod der Mutter.usw.
Jedenfalls kam ich ins Nachdenken. Mir wurde klar, dass es nicht die Frage ist, ob ich mit der ungewissen Situation klar komme. Ich bin vielleicht stark genug, nochmals eine Chemo über mich ergehen zu lassen, falls bei einer Nachsorgeuntersuchung etwas gefunden wird. Aber was hieße das dann wieder für meine Familie? Und wer sagt denn, dass es wieder so glimpflig abläuft, wie letztes Mal? Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass ich meinen Kindern eine Chemobehandlung nochmals zumuten würde, eher würde ich über Alternativen nachdenken.
Hatte in letzter Zeit auch ein Elterngespräch mit Louis Erzieherin. So wie ich sie verstanden hatte, macht Louis im Moment keine Entwicklungsschübe mehr, wobei es unklar ist, ob das einfach von dem letzten Jahr her kommt. Außerdem klagt er seit Monaten immer wieder über unspezifische Bauchschmerzen. War deshalb jetzt auch mehrere Male beim Kinderarzt. Organische Ursachen konnten ausgeschlossen werden, liegt deshalb wohl im psychosomatischen Bereich. Wir beobachten noch.... hab aber aus diesem Grund beschlossen nur vormittags mit der Arbeit einzusteigen, damit ich nachmittags immer für die Kinder da bin.
Heute Nacht habe ich mich jedemfalls für eine Brustmastektomie entschieden und fühle mich gut mit dieser Entscheidung. Es ist immer aufwühlend bis man eine Entscheidung getroffen hat. Sie fühlt sich auf jeden Fall heute morgen richtig an und auch Dominik kann damit leben.
Jetzt mal schauen, womit ich sie dann wieder aufbauen lasse: Eigengewebe oder Silikon???
Für diese Entscheidung lasse ich mir jetzt aber wirklich bis zum Winter Zeit. Die Eierstöcke behalt ich mal noch, bis ich 38 Jahre alt bin oder bis die Wechseljahre dauerhaft einsetzen...blöde Schweißausbrüche....
gestern Abend sind wir Frauen ins Breisacher Kino zum Schnulze gucken gefahren. Nicolas Sparks war angesagt. Breisacher Kino ist unglaublich praktisch. Man kann kurz vor knapp noch kommen, bekommt aber trotzdem immer einen Platz, es ist billiger, als in der Stadt und es gibt kein Popcorn- weiß gerade nicht, ob ich das zu den Plus- oder Minuspunkten des Kinos zählen soll....
Auf jeden Fall war's nett zusammen Auslauf zu haben und daheim raus zu kommen.
Die Geschichte war mal wieder sehr vorhersehbar, was mich letztendlich aber berührte, war die Geschichte um die Liebesgeschichte drum herum. Es ging um einen Witwer, der seine Frau durch eine Krebserkrankung verloren hatte. Ihr jüngster Sohn litt schwer unter dem Tod der Mutter.usw.
Jedenfalls kam ich ins Nachdenken. Mir wurde klar, dass es nicht die Frage ist, ob ich mit der ungewissen Situation klar komme. Ich bin vielleicht stark genug, nochmals eine Chemo über mich ergehen zu lassen, falls bei einer Nachsorgeuntersuchung etwas gefunden wird. Aber was hieße das dann wieder für meine Familie? Und wer sagt denn, dass es wieder so glimpflig abläuft, wie letztes Mal? Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass ich meinen Kindern eine Chemobehandlung nochmals zumuten würde, eher würde ich über Alternativen nachdenken.
Hatte in letzter Zeit auch ein Elterngespräch mit Louis Erzieherin. So wie ich sie verstanden hatte, macht Louis im Moment keine Entwicklungsschübe mehr, wobei es unklar ist, ob das einfach von dem letzten Jahr her kommt. Außerdem klagt er seit Monaten immer wieder über unspezifische Bauchschmerzen. War deshalb jetzt auch mehrere Male beim Kinderarzt. Organische Ursachen konnten ausgeschlossen werden, liegt deshalb wohl im psychosomatischen Bereich. Wir beobachten noch.... hab aber aus diesem Grund beschlossen nur vormittags mit der Arbeit einzusteigen, damit ich nachmittags immer für die Kinder da bin.
Heute Nacht habe ich mich jedemfalls für eine Brustmastektomie entschieden und fühle mich gut mit dieser Entscheidung. Es ist immer aufwühlend bis man eine Entscheidung getroffen hat. Sie fühlt sich auf jeden Fall heute morgen richtig an und auch Dominik kann damit leben.
Jetzt mal schauen, womit ich sie dann wieder aufbauen lasse: Eigengewebe oder Silikon???
Für diese Entscheidung lasse ich mir jetzt aber wirklich bis zum Winter Zeit. Die Eierstöcke behalt ich mal noch, bis ich 38 Jahre alt bin oder bis die Wechseljahre dauerhaft einsetzen...blöde Schweißausbrüche....
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