Donnerstag, 1. Oktober 2015

Newsletter ohne Wort

Meine Lieben,
ich weiß meinen Befund schon zwei Tage. Mir fehlen aber die Worte zu schreiben. Leider sind es keine guten News. Die Ärzte haben in meinem PET-CT sechs weitere Meastasen in der Lunge und eine in meinem Becken gefunden. Die Empfehlung der Tumorkonferenz war nun, dass mir eine weitere Chemotherpie bevor steht, da sie davon ausgehen müssen, dass es nicht die einzigesten Metastasen sind, die im Moment in meinem Körper herum schwirren.
Wir sind darüber sehr bestürzt, dass wir als Familie eine weitere Krebstherapie durchleben müssen. Das Gespäch beim Chemoarzt steht erst noch an, ich kann euch deshalb nichts weiter dazu sagen.
Wie sind meine Prognosen insgesamt?
Dadurch, dass es nicht die einzige Metastase ist, haben mir die Ärzte schon auch gesagt, dass die Bandbreite meiner Prognose sehr breit ist. es kommt halt darauf an, wie meine Therpie anschlägt... insgesamt stehen die Prognosen für ein langes Leben eher schlecht.
Ich selber hoffe, dass die Forschung in den letzten drei Jahern soweit fortgeschritten ist, dass die Chemo , die ich diesmal bekomme, besser auf meien Scheißkrebs (Triplle negativ)abgestimmt ist.
Ich hatte die große Hoffnung, dass ich um eine Chemo drum herum komme, mittlerweile hoffe ich wieder, dass ich sie gut vertrage, dass sie kein so Hammer wird, ich weiß zumindest schon, dass ich sie wieder ambulant bestreiten kann :o)
Zuhause geht es mir ganz gut. Morgens gehe ich diese Woche noch zur Bestahlung (diesmal mit SWR3-Taxi), mächste Woche hab ich vermutlich noch eine kurze Atempause, bevor es weiter geht (mit Portlegen etc.)
Die Bestahlung dauert nur 20 Minuten, ich werde mit einer Maske an den Tisch fixiert und dann heißt es entpannen....
Ich gehe im Moment mit meinen Kindern schon um19:00 ins Bett und umlagere mich mit Kirchkernsäckchen, ich telefoniere sehr wenig, weil ich meinen Kindern auch noch nichts gesagt hab. Seit ich das mit den Metastasen weiß, tut mir mein blauer Köper noch mehr weh, fühle mich um Jahre gealtert, komme die Treppen kaum hoch....
Gott hat mir mein Krebspäckchen nochmal auferlegt, eber er wird es mit mir zusamman tragen, dass wissen wir! Ich habe dieses Jahr die selbe Losung gezogen, wie 2012: Derr Herr ist meine Stärke, er ist mein Lobgesang und ist mein Heil!!!aus 2.Mose 15,2 das macht doch Mut!







Sonntag, 27. September 2015

lucky Newsletter: ich darf amulant weiter machen!!

Mine Lieben,
wisst ihr eigentlich, dass ich ein sehr wehleidiger Mensch bin?  Ich bin in den letzten Wochen wieder gepiekst, ohne Btäubung am Kopf genäht, worden und es wurden viele Versuche unternommen, mir Zugäng in meine schlechten Venen zu legen. Ich bin so froh, dass ich nun amilant mit der Bestahlung weiter machen kann. Bis Mittwoch war eine Frau aus dem Pflegeheim mit Lungenmetastasw und Atemnot auf meinem Zimmer. Da habe ich große HIMMELSSEHNSUCHT BEKOMMEN. EINES TAGES KEINE SCHMEZEN, KEINE TÄNEN MEHR! ICH habe tagsüber VIELDUETSCHLANDFUNK UND REPORTAGEN ANGEHÖRT..EIN RADIOMODERATOR HAT EINEN weißen Satz gesagt: ES gehört heute MUT ZUM ÄLTER WERDEN, DAS STIMMT WOHL. Wie GERNE WÜRDE MAN SPÄTER AUF EINSAMKEIT UND LEID IM ALTER VERZICHTEN UND DIE DIREKTE FAHRKARTE IN DEN HIMMEL NEHMEN, DENKE ICH. FÜR MICH war und ist es eine Gradwanderung mich nicht schon zu sehr auf den Himmel zu freuen, denn ich habe ja auch noch eine Familie. Ich darf in den lezten Wochen aber wieder jeden Tag spüren, dass Gott seine Sorgepficht übernimmt, besser, als wir es uns manchmal vorstellen können. Meinen Kinden geht es soweit gut, Louis geht fruedig in die Schule und ist gut angekommn, Jael kommt mit Gabi auch wieder wunderbar zurecht.
Ich bin wieder froh und dankbar für die große Anteilahme, die uns zuteil wird. Ich muss nicht selten mit aufsteiegnden Tränen kämpefn, wenn ich eure  Naturalien, Geschenke und Zeilen erhalte.  Ich weiß auch von so vielen, die Gott wiklich beknien und mit uns bten, dass meinene weiteren Befunde gut aussehen, so dass ich um eine witere Chmotherapie herum komme. Ich bin Gott so dankbar, dass ich die Bestrahlung so gut vrtrage, obwohl viel dabai schief gehen könnte.
Viele haben mir wieder gschrieben, dass sie an meine innere Kaft glauben, ich selsbst fühle mich im Moment nicht stark, aber ich habe wirklich das Vertrauen in einen größen und guten Gott.
Mich begleitet im Momnt ein Lied der Outbreckband sehr stark, wo es heßt:
Wenn die Meere toben, Stürme wehn, werd ich mit dir übers Wasser gehn, du bist König über Wind und Flut, mein Herz wird still, denn du bist gut!

Wie ihr veilleicht merkt, sehe ich immer noch meine Doppelbilder, wss noch ein paar Wochen anduern kann, bis alles abgesxhwollen ist. Ich hofe, ihr könnt mit meinen Zeieln trotzdem etwas anfangen.

Mittwoch, 16. September 2015

Bad Newsletter

Meine Lieben,
ich hatte ja bereits angekündigt, dass ich mich diesen Sommer zur Kur wieder zurück melde. Die Mutter-Kind Kur auf Langeoog war sehr schön, allerdings hatte ich in der letzten Woche mit Doppelbildern zu kämpfen.   Da ich mich mit einem Infekt auf der Insel herum käpfen musste, wurde die Suppe deshalb nicht gleich heiß gekocht, obwohl ich natürlich immer beunruhigter wurde und auch eine Zumutung für die radfahrende Bevölkerung auf Langeoog.

Ich schreibe euch jetzt zwei Wochen nach meiner Rückkehr mit Augenklappe, da die Doppelbilder noch nicht verschwunden sind. Letzte Woche hat mein Hausarzt ein MRT veranlasst, dabei wurde ein kleiner Knoten in meinem dritten Hirn-Ventrikel festgestellt. In einer Biopsie am 10.09. am Geburtstag von Louis wurde Gewebe entnommen und nun auch festgestellt, dass es sich um eine Hirnmetastase handelt, sie ich schnellstmöglichst bestrahlen lassen muss. Die Lage der Metatase ist nicht so günstig, daher kommt nur eine Bestrahlung in Betracht. Morgen Nachmittag wird damit stationär begonnen bzw. heute Nachmittag. Es ist gerade mitten in der Nacht, aber der Cortison-Pegel lässt keinen Schlaf zu, deshalb sortiere ich mal wieder meine Gedanken für euch.

Ich bin gerade überglücklich mal eine Nacht Zuhause sein zu  dürfen. Ich durfte zur Einschulung von Louis für einn Tag nah Hause. Ich habe solches Heimweh. Ich habe dir Kur sehr genossen, hatte mich aber auch auf Zuuase gefreut....
Auf der Insel waren wir natürlich die halbe Zeit an dem schönen weißen Strand. EIn Junge hat seine Sandburg immer wieder zu nah ans Wasser gebaut, die Burg ist immer wieder von der Flut zerstört worden un der Junge hat getobt und war wütend auf alle und alles.
 Mine Kinder wollen n den Tagen von mir immer wieder das Lied hören: Bau nicht dein Haus auf den losen Sand, bau nicht zu nahe am Strand, sieht's vielleicht auch ganz schick aus, musst du doch bald wieder raus, denn dein Haus hält nie und nimmer stand. Doch besser bau dein Haus auf einen Fels, leg ein Fundament auf einen festen Grund, wenn dann STürme kommen und gehn, bleibt dein Haus doch felsenfest stehn.

Das Lied verfolgt mich jetzt schon mehrere Wochen und ich muss staunen, was in einem Kinderlied so alles drin steckt. Die große Frage ist, bei meiner Dignose, ob ich mein Haus auf ein stabiles Fundament gebaut habe. Ich vertraue Gott, dasss er mich auch durch diesen Sturm trägt und mein Haus nicht einstürzen lässt. Er ist immer bei mir. Das Lied sagt mir aber auch, dass wir in unserem Leben oft nach falchen Dingen sreben, die uns schlussendlich nichts bringen. Falsche Werte oder Güter, die wir anhäufen und am Ende der Tage gar nicht mit nehmen können.

Ich habe von Gott drei wunderschöne Jahre geschenkt bekommen, ich hatte jede Menge glückliche Zeiten mit meiner Familie und meinen Freunden, keine gesundheitlichen Einschränkungen, ich durfte unser Haus und Garten zu einem Zuhause für unsere Kinder gestalten, ich durfte sehen, wie meine Kinder zu kleinen Persönlichkeiten heran wachsen und immer besser in der Welt zurecht kommen, ich konnte arbeiten gehen.
Wir durften alle noch ein wenig mehr zusammen wachsen und auch mein Vertrauen in Gott ist gewachsen. Ich möcht ihm weiter vertrauen dass er einen guten Plan hat. Sein Wlille ist es in jedem Fall, dass ich ihm dankbar bin zu ALLEN Zeiten, weil er es gut mit mir meint.

Ich danke euch, wenn ihr mit betet, dass die Bestrahlung auf die Metastase Wirkung zeigt und weniger auf mein Gehirngewebe drum herum.  Wenn auch keiner der Ärzte von Heilung spricht, möchte ich Gott doch bitten, dass er dieses Wunder an mir tut.











Donnerstag, 16. April 2015

Newsletter 25: Eine OP und zwei Geburtstage später

Meine Lieben,
ja, es gibt mich tatsächlich noch. Wenn ich meinen letzten Newsletter so lese, dann kommt mir alles so weit weg vor. Ich bin mittlerweile wieder in meinem ganz normalen Familienalltag angekommen, gehe arbeiten und freue mich über den bevorstehenden Sommer. Meine Kinder und ich werden im August nach Langeoog zur Mutter-Kind-Kur fahren. Ich freu mich schon, gleichzeitig graut mir auch ein bisschen davor.
Am Sonntag feier ich meinen 34.Geburtstag! Ich kann es kaum glauben, dass ich schon so alt bin. Wenn ich aber das Bild vor drei Jahren so anschaue, dann sieht man die Veränderung doch schon. Die Haare sind zwar wieder lang, aber ich meine doch, dass ich heute mehr Falten und graue Haare habe. Meine Kinder sind mittlerweile auch schon "groß" (3 u.6 J.).
Geburtstage und Jahresabschlüsse lassen einen immer wieder zurück blicken, vielleicht treibt es mich deshalb mal wieder zu "Feder und Tinte".
Im Dezember hatte ich meine letzte OP, die Eierstöcke kamen schlussendlich auch noch weg. Mir geht es gut damit und den Hormonen auch. Zweimal wöchentlich ein Pflästerchen und die Sache hat sich. Hab kurz mal überlegt, ob ich am 1. April die Leute auf die Schippe nehme, indem ich ihnen erzähle, dass ich wieder schwanger bin. Hab mich aber doch nicht getraut.

Als ich so alles hinter mir hatte schrieb ich einen Vortrag zum Thema "Diagnose Brustkrebs- wenn Gott in die Wüste führt". Im Januar habe ich dann unseren Ort und die Gemeinde dazu eingeladen.
Warum ich das gemacht habe? Es war mir einfach ein Bedürfnis, davon zu erzählen, wie ich Gott in der Zeit erlebt habe. Und ich wollte allen Mut machen, die gerade in einer "Wüste" unterwegs sind. Es hat mich viel Überwindung gekostet, aber es musste einfach sein.
Wie es war? Keine Ahnung, die Rückmeldungen waren gut, aber ich war so aufgeregt, dass ich selber nicht viel dazu sagen kann. Ich war aber doch erstaunt, wie viele da waren.

Wie geht es weiter? Jeden Tag klopfen neue Herausforderungen an unsere Tür. Ich bin gespannt.
- Gespannt, wie sich Louis in der Schule zurecht findet. Seine Ernsthaftigkeit und Gedrücktheit machen Dominik und mir manchmal Sorgen. Aber wir wollen gespannt sein!
- Gespannt, wie Jael und Louis die Kur und das Getrenntsein von Dominik finden. Da habe ich gemischte Gefühle. Aber ich will gespannt sein!

Bei mir hat sich in den letzten Jahren ein Satz aus einem Buch von Sarah Young ganz stark eingeprägt. Bei jeder Herausforderung können wir Jesus schon im Voraus danken, dass wir die Gelegenheit haben, ihn dadurch noch besser kennen zu lernen.

Eure Kerstin
Ps. ich meld mich dann aus der Kur wieder.







Montag, 23. Dezember 2013

Newsletter 24: Heilige Maria!?

Pünktlich zu Weihnachten muss ich euch natürlich berichten, was die letzten Wochen bei mir so los war.
Mittlerweile kann ich mich wieder sehr gut bewegen. Ich würde meinen jetzigen Zustand mit dem einer Hochschwangeren vergleichen: Die Brüste und der Bauch spannen, nach wie vor und die Nächte sind durch die "Käferstellung" auch noch durchwachsen, der Rücken schmerzt aber der Alltag ist machbar.
Gabi hat in den letzten Wochen meinen Haushalt wieder auf Vordermann gebracht: alle Vorhänge sind gewaschen, die Fenster geputzt, das Silber poliert ;o) Schade, dass sich manche Zustände nicht konservieren lassen.

Vor zwei Wochen wurden die Fäden gezogen, was eine ziemliche Tüfteleil und teilweise wirklich qualvoll war. Danach wurden die Narben mit Pflaster verklebt. Am nächsten Morgen bemerkte ich gelbe Flecken auf meinem T-Shirt, woraufhin ich mal unter das Pflaster linste. Darunter war alles suppig. Natürlich war ich beunruhigt und ersetzte die Pflaster durch sterile Kompressen und marschierte zwei Tage darauf zur Abklärung zum Hausarzt. Gott sei Dank hat es sich nicht entzündet, aber ich musste darauf achten, dass ich die Wunden steril hielt. Dadurch, dass die Narben stellenweise noch nicht gut abheilten merkte ich von meinen Schmerzen her keine schnelle Besserung. Es ging meines Erachtens alles nur in wöchentlichen Schritten vorwärts.  

Mein Bauchnabel sieht mittlerweile wieder wie ein Bauchnabel aus und ich kann mich mit dem Ergebnis der Operation gut anfreunden. Die Operateure haben sich wirklich Mühe gegeben: ohne die Narben wäre das Ergebnis nahezu schön. Anfangs ist es mir nach der Dusche und dem Anblick meiner vernähten Körperteile noch schwarz vor Augen geworden und ich musste mich auf den Fußboden legen und die Beine hochlegen....  

Die Virenfalle
Als ich aus dem Krankenhaus heim kam quälten sich die Kinder mit Husten herum, eine Woche danach hatte Louis Halsschmerzen und am Sonntag vor einer Woche musste sich Louis übergeben. Am Montag danach bekam ich in der Kita von Jael einen Handzettel in die Hand gedrückt, in der auf §34 Absatz 5 des Infektionsschutzgesetztes verwiesen wurde. Was? Ihr wisst nicht, was da drin steht? Tststs. Auf jeden Fall ist so ein Magen-Darm Virus im Umlauf und wir müssen alle schön aufpassen und ja keine Kinder bringen, die Durchfall haben. Es ging gerade mal zwei Tage, da fing es bei beiden an und ich war ich nur noch damit beschäftigt Jael zu duschen, wieder anzuziehen, um sie eine halbe Stunde darauf wieder rundum zu erneuern. Ich hatte mir meine Zeit Zuhause etwas gemütlicher vorgestellt. Ich durfte noch kein Auto fahren und deshalb viel mir manchmal richtig die Decke auf den Kopf. Abends, wenn ich mal Zeit gehabt hätte, war ich viel zu müde. So war kaum Zeit für meine kleinen Projekte und ich kam letztendlich doch noch in "Weihnachtsstress". Andererseits bin ich froh, dass ich zu der Zeit nicht gearbeitet hab. Gabi zeigte sich auch wieder einmal arbeitgeberfreundlich und hat ihren Virus mit in ihr Wochenende genommen.


Es ist ja Weihnachtszeit und wir hören manche Krippengeschichten zum tausendsten Mal. Dieses Jahr hat mich ein Lied, das ich jedes Jahr höre, wieder aufs neue angesprochen „Breath of heaven“, ein Lied der Maria (s.h. Youtube). Es geht darum, wie sie durch die dunkle Nacht läuft und Zwiesprache mit Gott hält. Sie fragt ihn, warum er gerade sie ausgewählt hat. Ich kann mir denken, dass es für Maria im ersten Moment ein ganz schöner Schock gewesen sein muss und bestimmt nicht in ihre Hochzeitsplanungen gepasst hat, dass sie so unverhofft schwanger wurde. Auch waren die Probleme mit Josef schon vorprogrammiert, wie sollte sie ihm denn das erklären? Wie hätte ich reagiert? Aber Maria merkt gleich mit wem sie es zu tun hat und weiß, dass sie auf Gott vertrauen kann. Wir wissen heute, dass sie es als Mutter von Jesus nicht immer leicht hatte. Erst mussten sie nach Ägypten fliehen und am Ende musste sie mitansehen, wie ihr Sohn gekreuzigt wurde. Maria hat sich ihr Leben bestimmt anders vorgestellt, hat sich aber Gottes Plänen zur Verfügung gestellt.

Vor einem Jahr hatte ich im Krankenhaus eine Reportage von Samuel Koch angeschaut. Ein Jahr später kam ausgerechnet, als ich wieder im Krankenhaus war eine zweite Reportage über ihn und wie es ihm seit der letzten Reportage ergangen ist.
Mir ging dieser „Zufall“ die letzten Wochen nicht aus dem Kopf und ich entschloss mich kurzerhand sein Buch „Zwei Leben“ zu kaufen. Ich hatte es innerhalb 24 Stunden gelesen und war tief beeindruckt, wie er mit seiner Lähmung umgeht. Obwohl wir zwei unvergleichliche „Schicksale“ erlebt haben, merke ich, dass uns was entscheidendes verbindet: Die Hoffnung und der Glaube, dass Gott einen guten Plan mit uns hat, auch wenn wir das Ende der Geschichte noch nicht kennen. Maria hat es uns vorgemacht. Sie war ganz bestimmt keine „Heilige“ ein ganz normaler Mensch, wie du und ich, aber mit einem unerschütterlichen Gottvertrauen.

Auch im neuen Jahr werden wir wieder vor Herausforderungen stehen und uns manchmal fragen, wieso ausgerechnet ich? Ich wünsche euch und mir für das kommende Jahr Zuversicht, wenn es mal anders läuft, als geplant und den Mut unser Leben Gott zu überlassen.

Eure Kerstin

Mittwoch, 27. November 2013

Newsletter 23: Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal...

Losung vom 20.November:
Herr, höre mein Gebet, Herr, und vernimm mein Schreien, schweige nicht zu meinen Tränen.

Psalm 39,13
Gott zu dir rufe ich:in mir ist es finster, aber bei dr ist das Licht. Ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht. Ich bin kleinmütig, aber bei dir ist Hilfe. Ich bin unruhig, aber bei dir ist der Friede.  In mir ist die Bitterkeit, aber bei dir ist die Geduld. Ich verstehe deine Wege nicht, aber du weißt den Weg für mich.
Dietrich Bonhoeffer


Am nächsten Morgen wurde ich um 6 Uhr wach und zog mein OP-Kittelchen an. Alles Weitere lief, wie gehabt. Irgendwann wurde ich auf der Intensivstation wieder wach. Alles soll gut gegangen sein, dreizehn Stunden wurde operiert, ich muss über Nacht auf Intensiv bleiben.

Wieder wach, viele Schmerzen, konnt kaum Atmen, konnte nur verschwommen sehen. Ich hatte einen Zugang am Hals, am Arm und sechs Schläuche aus meinem Bauch hängen und den Bauchnabel "versetzt". Der Bauch wurde durch ein enges Korsett zusammengequetscht. Jede Stunde wurden meine Brüste mit einem Ultraschall kontrolliert, ob die Durchblutung funktioniert. Ich wollte schlafen, konnte aber nicht, denn sobald ich ruhiger atmete schreckte mich ein lautes Piepsen auf, und ich spürte, dass mein Sauerstoff zu wenig ist. Dann merkte ich, dass ich bei jedem Atemzug mehr Schmerzen bekomme und hoffte, dass die Schwester es merkt. Ich hatte keine Klingel, fand aber schon bald heraus, dass sie kommt, sobald ich den Sauerstoffmesser von meinem Finger abstreifte, denn das verursachte diese lauten Piepser. Gegen Ende der Nacht, redete sie nicht einmal mehr mit mir. Ich kam mir schlecht vor.

Zwischendurch fiel ich in Träume, die so schrecklich und auch real waren. Ich hätte gleich danach mit Schreiben anfangen sollen und hätte mehrere Bestseller in der Horror und Thrillerrubrik geschrieben. (Dominik erzählte mir ein paar Tage später, dass Stephen King seine Bücher größtenteils zugedröhnt geschrieben hat und ich glaub ihm jedes Wort!.) Noch etwas Seltsames war die ganze Nacht. Ich hörte, wenn ich nicht träumte immer wieder ein lautes Husten und wusste, dass da noch ein Patient liegen musste. Ich hörte aber auch mehrere Stimmen die leise flüsterten, im gleichen Rythmus. Ich ging davon aus, dass da Angehörige beteten. Also schlussfolgerte ich, dass da jemand im Sterben liegen musste. Am frühen Morgen fragte ich die Schwester, ob nebenan jemand im Sterben liegt und sie lachte kurz und meinte, nein, der Patient liegt nicht im Sterben und da sind auch sonst keine Menschen. Komisch, aber ich höre, doch Stimmen, die beten? Sind das die Medikamente oder sind da Engel?

Nach der Nacht wurde ich auf Station verlegt, dort sollte ich mehr Ruhe haben. Ich wurde in ein Zimmer geschoben und wurde gleich herzlich von meiner Bettnachbarin empfangen.Sie empfing mit sozusagen mit offenen Armen. Wenn ich gekonnt hätte, hätte ich mich gerne mehr mit ihr unterhalten. Meine stündliche Frage nach Schmerzmitteln blieb nach wie vor, die Brustkontrollen ebenfalls und immer wieder kam jemand rein, um mich etwas zu fragen oder etwas zu messen. Eine große und ne kleine Visite lief an mir vorbei. Meine Mutter und Dominik kamen im Laufe des Tages. Mittags und Abends wurde mir ein Tablett mit Essen vor die Nase gestellt, wovon ich einen halben Joghurt essen konnte. Die meiste Zeit hatte ich die Augen zu, weil ich immer noch nicht klar sehen konnte. Zum Abend kam wieder eine Visite, die nicht sehr zufrieden mit meinem Schmerzempfinden wirkten. Am nächsten Tag sollte ich mich aufsetzen können, vielleicht schon ne Runde gehen und ich sollte Essen!
Die Nacht schaffte ich es wenigstens mal vier Stunden zu schlafen

Am Freitagmorgen setzte ich mich unter hohen Schmerzen einmal auf, mein Kreislauf krachte sofort zusammen. Ich verschluckte mich und wusste, nicht wie ich Husten sollte ohne zu ersticken oder meinen Bauch zu zerreißen. Ich wurde von oben bis unten gewaschen, wie eine alte Frau. Am Nachmittag versuchte ich drei Löffel Suppe und erbrach mich kurzerhand auf mein frisch gemachtes Bett. Reden und telefonieren war noch sehr anstrengend. Wie um alles in der Welt sollte ich jemals wieder auf die Beine kommen? Die Anästhesie kam vorbei und besprach mit mir, dass ich aufgrund meiner Schmerzen nun Morphin bekommen sollte. Am Abend wurde meine Sauerstoffsättigung gemessen, nur 89 Prozent. Also bekam ich einen Sauerstoffschlauch in die Nase. Die Abendvisite war wieder nicht ganz zufrieden mit mir. So langsam konnte ich das nicht mehr auf mir sitzen lassen. Morgen, Morgen möchte ich aufstehen, da zeig ich es euch allen!
Die Zimmernachbarin entpuppte sich als Glaubensschwester, die mir erzählte, dass sie an dem OP-Tag auch für mich gebetet hätte. Sie selbst, Ende vierzig Jahre, hatte vor einer Woche erfahren, dass sie einen Tumor im Bein hat, und strahlte trotzdem eine Zuversicht aus, die ich in dem Moment auch gern ausgestrahlt hätte. Aber mein Gesicht sprach im Moment ganz andere Bände.

Freitagnacht war die Beste seit langem und ich bekam dank Sauerstoffschlauch wieder Luft und konnte auch etwas klarer sehen. Die Visite entschied, dass heute der Katheter raus kommen sollte und auch gleich vier meiner Schläuche. Die Ärzte verzogen keine Miene während ich mir wieder das F...-Wort verkniff. Einatmen, ausatmen und dann: Holla die Waldfeehhhhhhhh!
Heute hatte ich einen Pfleger, der mich waschen sollte, was mich zusätzlich anspornte fast alles selbst zu machen. Nachdem er mir den Katheter gezogen hatte, schaffte ich es, mich alleine aufzusetzen und ins Bad zu gehen. Dann musste ich mich notgedrungen öfters zur Toilette bewegen, und musste abführende Mittelchen trinken. Meine Mutter spielte Stunde um Stunde tapfer mit mir Qirkel und verpasste einen Zug nach dem anderen, bis ich auch hinter dieses Thema einen Haken setzen konnte.

Das ganze Wochenende war ich alleine auf dem Zimmer. Sonntagmorgen bekam ich die zwei letzten Schläuche und die Zugänge gezogen. So sah ich schon fast wieder wie ein normaler Mensch aus als die Kinder kamen. Als sie wieder gingen, war ich extremst motiviert, so schnell wie möglich gesund zu werden.
Montag war nicht weiter spektakulär, ich durfte das erste Mal duschen und mir wurde gesagt, dass ich am Mittwoch tatsächlich heim könnte. Dominik erzählte mir beim Besuch, dass Louis anfängt zu husten, und schon am nächsten Morgen rief er mich an und sagte mir, dass Louis fiebert. Saublöd! Beim Gedanken an Husten kommen mir jetzt schon die Tränen.  Dienstag bekam ich Fango und lieben Besuch und konnte aber auch meine Schwester in der Klinik gegenüber besuchen, die dort ihre Eierstöcke hat entfernen lassen. Ihr ging es auch schon besser und sie konnte morgen auch schon wieder nach Hause.

Zurück im Zimmer wurde ich angefragt, ob ich bereit wäre mit Studenten über meine Erkrankung und OP zu sprechen, da so eine OP ja nicht alle Tage vorkommt und das Medieninteresse zur prophylaktischen Matektomie in der letzten Zeit wegen der Aneglina Jolie sehr groß ist. Zuerst war ich nicht begeistert, dass sechs Augenpaare meine Oberweite anstarren könnten, aber im Grunde hat das halbe Krankenhaus schon mal "draufgeschaut" so dass ich mich studentenfreundlich zeigte. Ich sollte erzählen, wie es zu meiner Entscheidung kam. Mein kleines medizinisches Referat hat den Arzt doch sehr beeindruckt. Er musste meine Fachbegriffe den Studenten oft erklären und lobte mich vor den Studenten als gut informierte und überaus mündige Patientin.  Der eine Student kaute nebenher an seinen Fingern, zwei waren sehr bei der Sache und die Mädels schauten mich nur mitleidig an. Zum Schluss hob einer der Studenten die Hand und wollte noch eine Sache von mir wissen, wenn es nicht zu persönlich ist. "Na klar, " sagte ich. Er daraufhin: "Tut das weh?" Innerlich hat es mich fast vor Lachen zerrissen. Nach zehn Minuten war alles kurz und knapp erläutert und sie gingen wieder davon. Mich hat die Sache sehr amüsiert und ich hätte mich am liebsten an die kleine Gruppe angehängt um andere gruselige Geschichten anderer Patienten zu erfahren.....

Ich hatte während dem ganzen Aufenthalt sechs Zimmernachbarinnen- ganz gemischtes Publikum.  Irgendwie immer eine besondere Geschichte, weil man soviel von eigentlich fremden Menschen mitbekommt. Die Einen interessieren einen sehr, von den anderen will man eigentlich nicht noch mehr wissen. Seufz. Ich überlege gerade, ob ich ein paar Anekdötchen zum Besten gebe- aber lasse das heute mal lieber. Am Meisten hat mich überrascht, dass sich ausgerechnet jene Frauen einer Schönheits-OP unterzogen haben, von denen man meinen könnte, dass sie das Geld bestimmt gut für was anderes brauchen könnten. Rückblickend waren alle Frauen zur richtigen Zeit da. Gleich nach meiner OP war eine "Glaubensschwester" im Zimmer, die sehr rücksichtsvoll und irgendwie mutmachend war, dann ein paar interessante Frauen, die auch nicht zumn Vergnügen im Krankenhaus waren und am Schluss eine etwas nervigere Zeitgenossin zum Krankenhausabgewöhnen sozusagen.

Als ich mein Zimmer auf Station verlies, wurde das Nachtischchen meiner Nachfolgerin reingeschoben. Darauf stand dasselbe Gestell, mit dem ich ein Tag vor meiner OP die Atmung trainieren sollte und unten drin ein Buch "Die Hütte"- ein christlicher Bestseller und die Bibel. Bei dem Anblick des Atmungsgestells empfand ich erst Mitleid für diejenige, beim Blick auf das Buch, war ich froh, dass auch sie die kommende Zeit nicht alleine durchstehen muss.

Bin jetzt wieder Zuhause und freue mich auf die nächsten Tage, wenn Dominik nachmittags nach Hause kommt und auf Gabi nächste Woche! Und vor allem freue ich mich jetzt auf meine Kinder, die ich in einer Stunde wieder sehen werde. Bin noch nicht sehr beweglich und stackse mit gebeugtem Oberkörper durch die Gegend. Nachts liege ich wie ein Käfer auf dem Rücken. Aber das wird schon werden.

Zum Ergebnis nur soviel: Die Nudeldiät hat volle Wirkung gezeigt! Der Doktor war ehrlich überrascht ;o)
Und jetzt doch ein Anekdötchen zum Schluss, weil es gerade passt:
Meine letzte Zimmernachbarin, die zu allem ein Kommentar wusste,  schaute mit einem Blick auf meine Oberweite, als die Durchblutung mal wieder kontrolliert wurde und quatschte mich gleich an: "hab das Gleiche hinter mir- hab sie mir auch vergrößern lassen!" Dazu hab ich dann erst mal gar nichts gesagt.....

Dienstag, 19. November 2013

Newsletter 22: Abschiedsschmerz


Es war ein Wochenende voller Genuss und Entspannung: gemütliches Bummeln in Emmendingen, Sauna, gutes Essen und nochmal Sauna und das alles ohne Kinder mit meinem Mann.

Am Sonntag wachte ich auf konnte mich nicht daran erinnern, wann ich dass letzte Mal so glücklich und wunschlos zufieden war. Der Gedanke an die Operation am Mittwoch warf in einem mal einen dunklen Schatten auf mich. Als die ersten Tränen aufstiegen, brach mein ganzer Mut zusammen und ich heulte und schluchzte, wie ich es im ganzen letzten Jahr nicht getan habe. Ich hatte noch nie wirkliche Komplexe wegen meinem Körper, Problemzonen schon, aber daran ist man ja gewöhnt. Was, wenn ich mich danach aber nicht mehr im meiner eigenen Haut wohlfühle? Was, wenn es Komplikationen gibt?  Wie werde ich die Schmerzen aushalten? Bei den anderen Operationen ging alles seinen Gang, ich kam gar nicht so ins Nachdenken. Diesmal war es wieder anders, es war meine ganz eigene Entscheidung.

Den Tag über versuchte ich meine Angst unter Kontrolle zu bekommen und lenkte mich mit einem Buch in der Sauna ab. Dominik und ich konnten den Sonntag in der Sauna noch voll auskosten.  Am Abend waren wir zusammen wieder im Gottesidienst. Leider konnte ich auch da meine Tränen nicht zurückhalten, wenn mich jemand auf die OP ansprach. Es war doch bisher alles ok? Ich bin doch sonst kein so Schisser!

Der Gottesdienst ordnete meine trüben Gedanken neu. Mir wurde klar, dass die Angst mir schadet und ich sie bei Gott abgeben muss.

Mein Garten Gethsemane
Ich legte Jael am Abend zum Schlafen, setzte mich wie gewohnt vor ihr Bett und betete.  Obwohl ich kopfmäßig wieder klar war, war ich trotzdem unendlich traurig. Warum Jesus, bin ich auf einmal nicht mehr so tapfer und mutig? Ich erschrecke mich vor dem, was vor mir liegt! Ich weinte und betete zugleich, dass er mich nicht alleine lässt. Wie so oft beim Beten sah ich ein Bild vor meinem inneren Auge. Jesus im Garten Gethsemane, wie er Blut schwitzt und Angst hat und seine Jünger bittet, dass sie beten sollen." Jesus, du war's ein Mensch wie ich und kannst mich voll verstehen und verurteilst mich auch nicht. Jesus, danke, dass du mir Freunde geschenkt hast, die für mich am Mittwoch beten werden." Das Bild von  Jesus im Garten Gezemane zeigte mir auch, dass ich meinen Blick auf das Lenken musste, was danach kommt. Für mich fängt dann ein neues Leben an, eins ohne ständige Sorge.

Am Montagmorgen putzte ich nochmal durchs ganze Haus mit Lobpreismusik und unser Pastor mit seiner Frau besuchten mich nochmal. Am Nachnmittag waren wir Zuhause und genossen nochmals den Tag.

Dienstagmorgen um 10.30 Uhr meldete ich mich auf Station, und musste dann gleich eineinhalb Stunden bei der Anästhesie warten. Danach folgte die Vermessung der Welt. Beim Anästhesiegespräch wurde ich nochmals darüber aufgeklärt, dass ich die ersten drei Tage enorme Schmerzen haben werde, und mich wegen einer Schmerzpumpe melden sollte, falls ich das bräuchte. Fast allen, den ich begegneten gaben mir zu verstehen, dass die nächsten Tage kein Zuckerschlecken werden und es eine der härtesten OP's überhaupt sei. Ich sollte diese Nacht UNBEDINGt noch schlafen, weil ich das die nächsten drei Nächte bestimmt nicht könnte.Beim Arztgespräch sudelte der Arzt wild seine Linien und erklärte mir, dass mir drei Varianten offen stehen, je nachdem, für wieviel das Bauchfett ausreicht. Brustwarze kommt in jedem Fall weg.
 1. Variante: Brustwarze wird aus Haut vom Bauch rekonstruiert. 2. Variante: das Loch durch die Brustwarzenentfernung wird einfach zugenäht. 3. Variante:zusätzlicher  T-Schnitt, wenn die Brust gestrafft werden muss.
Das Bauchfett wird nicht einfach nur abgesaugt, es wird wie bei einer Bauchstraffung "die Speckrolle" einfach rausgeschnitten und oben mit unten vernäht. An die Stelle, wo der Bauchnabel hingehört, wird dann der alte Nabel wieder eingepflanzt. Das Bauchgewebe wird dann mikroskopisch an die Blutgefäße im Brustbereich angenäht, was das wirklich SPANNENDE an der Sache ist, da ich in den folgenden drei Tagen stündlich kontrolliert werden musste, ob die Brüste auch gut durchblutet sind.

Zwischendurch strickte ich in Seelenruhe eine Beinstulpe für Jael. Meine Mutter hatte mir ein Büchlein mit mutmachenden Bibelversen geschenkt in dem ich ab und zu ein Vers las.

Psalm 23: Und ob ich schon wanderte durchs finstere Tal, fürchte ich KEIN Unglück, denn DU bist bei mir! 

Gott meint es gut, wie ein Vater mit seinem Kind. Ich brauch mich vor Unglück nicht zu fürchten, denn wenn Gott dabei ist, geht es auch mal durch dunkle Täler  (die bleiben auch uns nicht erspart), ABER er führt mich hindurch, das hat er versprochen. Er will auch bestimmt nicht, dass ich später mit dem Ergebnis unglücklich bin. Ich vertraue darauf: ".... du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir VOLL ein!"